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Stoat vs Discord

Stoat (vormals Revolt) ist eine Open-Source-Plattform für Community-Chats — Server, Kanäle, Sprachchat, Bots — unter AGPLv3, mit einem in Europa ansässigen Kernteam und einem selbst hostbaren Backend in Rust. Im Vergleich zu Discord.

🏢 Stoatchat (Open-Source-Projekt, in Europa ansässig) 📍 Europe DSGVO-konform Open Source
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Warum von Discord zu Stoat wechseln?

Discord wurde in den 2020er-Jahren zur Standardplattform für Community-Chats — Gaming, Hobbygruppen, Lerngruppen, Open-Source-Projekte, professionelle Communities. Die Eleganz und die Funktionsvielfalt der Plattform sind real. Die Kompromisse sind es ebenfalls: Discord ist ein in den USA ansässiges privates Unternehmen, alle Inhalte und Metadaten laufen über US-Infrastruktur und unterliegen US-Rechtsverfahren, und das Geschäftsmodell (Monetarisierung von Aufmerksamkeit plus Nitro-Abonnements) prägt, welche Funktionen priorisiert werden. Frühere Vorfälle rund um Inhaltsscans, Anfragen US-amerikanischer Strafverfolgungsbehörden und plattformseitige Moderationsentscheidungen haben einige Communities zum Umdenken bewegt.

Stoat ist die europäische Open-Source-Alternative. Vormals bekannt als Revolt (das langjährige Discord-Alternativprojekt), wurde es Ende 2025 als Stoat neu gestartet — mit derselben Codebasis, denselben Mitwirkenden und demselben Vertrauenssignal. AGPLv3-lizenziert, Rust-Backend, in Europa ansässiges Kernteam, plattformübergreifende Clients und eine Self-Host-Community mit über 2.500 GitHub-Sternen. Für Communities, die Discord-ähnliche Funktionen ohne die strukturelle Abhängigkeit von einer US-Plattform möchten, ist Stoat die strukturell stimmige Wahl.

Funktionsvergleich

FunktionStoatDiscord
LizenzAGPLv3 Open SourceProprietär
Selbst hostbar✅ Ja (vollständiges Backend)
RechtsraumEuropa (laut Projekt-Metadaten)USA 🇺🇸
DSGVO✅ Nativ⚠️ Anbieterangaben
CLOUD-Act-Exposition❌ Keine⚠️ Ja
Server / Kanäle
Sprachkanäle✅ Spitzenklasse
Bots & Automatisierungen✅ Riesiges Ökosystem
Rollen & Berechtigungen
Dateifreigabe✅ (Nitro für >25 MB)
Mobile Apps✅ iOS / Android
Desktop-Apps✅ Win / macOS / Linux✅ Win / macOS / Linux
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung⚠️ Nicht standardmäßig
PreisKostenlos (Open Source)Kostenlos + Nitro 9,99 $/Monat

Für Self-Host-Souveränität und Open-Source-Flexibilität gewinnt Stoat. Für Bot-Vielfalt, Integrationen und Reichweite gewinnt weiterhin Discord.

Zwei Wege, Stoat zu betreiben

1. Die gehostete Instanz nutzen (stoat.chat)

Der einfachste Weg — auf stoat.chat registrieren, eigenen Server erstellen, Community einladen. Die gehostete Infrastruktur wird vom Stoat-Kernteam betrieben. Einrichtungszeit: 5 Minuten.

2. Self-Hosting

Für maximale Datensouveränität — vollständiges Self-Hosting mit dem Repository stoatchat/self-hosted (Docker + Compose-fähig). Bereitstellung auf einer EU/EFTA-Cloud Ihrer Wahl: Hetzner, OVHcloud, Scaleway oder Infomaniak. Einrichtungszeit: einige Stunden für jemanden, der mit Docker vertraut ist; die Dokumentation ist dank 5+ Jahren Revolt/Stoat-Self-Host-Community ausgereift.

Datenschutz & Datensouveränität

Strukturelle Vorteile von Stoat:

  • Open Source unter AGPLv3 — jede Zeile des Backends, des Web-Clients, der mobilen Apps und der Desktop-Apps ist auf GitHub auditierbar
  • Selbst hostbar — vollständige Datensouveränität, wenn Sie auf Ihrer eigenen EU/EFTA-Infrastruktur betreiben
  • In Europa ansässiges Kernteam — die GitHub-Org-Metadaten geben den Standort als “Europa” an
  • Keine US-Rechtsexposition beim Self-Hosting auf EU-Infrastruktur; auch die gehostete Instanz liegt außerhalb der US-Jurisdiktion
  • AGPLv3-Schutz — stellt sicher, dass das Projekt nicht stillschweigend in einen proprietären Closed-Source-Dienst geforkt werden kann

Für Communities mit Journalisten, Aktivisten, Sicherheitsforschern oder Personen in politisch sensiblen Kontexten ist die Kombination aus Open Source + Self-Hosting + EU-Rechtsraum substanziell anders als jede US-Plattform-Alternative.

Migrationsleitfaden

Eine Community von Discord zu Stoat umziehen:

  1. Stoat-Server einrichten — gehostet auf stoat.chat ODER selbst gehostet (4–8 Stunden Einrichtung)
  2. Kanalstruktur, Rollen und Berechtigungen entsprechend Ihrem Discord-Layout nachbilden (1–3 Stunden)
  3. Wichtige Bots einrichten — Moderation, Begrüßungsabläufe, Rollenzuweisung (1–3 Stunden)
  4. Den Umzug in Discord ankündigen mit klarem Zeitplan (1–2 Wochen Vorlauf)
  5. Parallelbetrieb für 2–4 Wochen — Nachrichten manuell oder per Bot zwischen den Plattformen brücken
  6. Angepinnte Inhalte, Wissensdatenbank, Kanalthemen umziehen (1–2 Stunden)
  7. Discord stilllegen am Ende des Parallelzeitraums — den Server für einige Monate lesegeschützt online lassen, für Weiterleitungen

Geschätzter Gesamtaufwand: 1–2 Monate für eine solide Community-Migration. Schwierigkeit: Mittel — die technische Einrichtung ist einfach; die Koordination der Menschen ist der schwierige Teil.

Praxisbeispiele

Ein Open-Source-Softwareprojekt wechselte von Discord zu selbst gehostetem Stoat, um es mit den eigenen Open-Source-Werten in Einklang zu bringen. Die technischen Mitwirkenden, die ohnehin andere Infrastruktur selbst hosten (Codeberg, Hetzner), fanden die Einrichtung unkompliziert; die Community-Managerin koordinierte die Mitgliedermigration über 6 Wochen.

Eine europäische akademische Lerngruppe nutzt gehostetes Stoat für Kursdiskussionen. Der europäische Rechtsraum erfüllt die Datenschutzrichtlinie ihrer Universität, während Discord zusätzliche kompensierende Kontrollen erforderte.

Ein datenschutzorientiertes Journalisten-Kollektiv nutzt selbst gehostetes Stoat auf Hetzner-Infrastruktur für die redaktionelle Koordination. Die Kombination von Stoat (Community + Chat) mit Threema (verschlüsselte 1:1- und Kleingruppen-Nachrichten) deckt die interne Kommunikation vollständig unter EU-Rechtsraum ab.

Projekt-Hintergrund

Stoat ist die umbenannte Fortführung von Revolt, dem Open-Source-Discord-Alternativprojekt, das um 2020 begann. Das Projekt wurde im September 2025 zu Stoat umbenannt — die GitHub-Organisation wechselte von revoltchat zu stoatchat, die Codebasis wurde unverändert übernommen, und Kernteam sowie Community arbeiteten ohne Unterbrechung weiter.

Mitte 2026 hat das primäre Backend-Repository von Stoat über 3.000 GitHub-Sterne (Kontinuität aus der Revolt-Ära), das Self-Host-Distribution-Repository über 2.400 Sterne — ein Hinweis auf eine beachtliche Zahl weltweit von der Community betriebener Serverinstanzen. Die aktive Entwicklung erstreckt sich auf Rust-Backend, Web-Client (TypeScript/Solid), Mobile-Apps (Swift/Kotlin) und Desktop-Wrapper.

Das Finanzierungsmodell und die Unternehmensstruktur des Projekts sind nicht öffentlich detailliert. Das Standortfeld der GitHub-Org gibt “Europa” an, ohne ein konkretes Land zu nennen. Für Organisationen, bei denen Vendor-Formalität wichtig ist, ist Self-Hosting auf eigener EU-Infrastruktur der sauberste Weg; für typische Communities ist die gehostete Instanz operativ problemlos.

Sicherheit & Compliance

  • AGPLv3 Open-Source-Lizenz
  • DSGVO-bewusstes Design (Open-Source-Self-Hosting gibt Ihnen volle DSGVO-Kontrolle)
  • TLS 1.3 für alle Client-Server-Verbindungen
  • Self-Hosting-Option für maximale Datensouveränität
  • EU-konformer Projektstandort laut GitHub-Org-Metadaten
  • Aktiver Security-Disclosure-Prozess über GitHub
  • Aktive Issue-Triage mit einer beachtlichen Mitwirkenden-Basis

Integrations-Ökosystem

  • Web-Client: voll ausgestattete Browser-App
  • Mobile: native iOS- und Android-Apps
  • Desktop: Windows, macOS, Linux
  • Self-Hosting: Docker + Compose, ausgereifte Dokumentation
  • Bot-API: umfassend — deckt die mit Discord-Bots vergleichbare Funktionsfläche ab
  • Webhooks: native ereignisgesteuerte Integration
  • Awesome-Stoat: von der Community gepflegter Katalog von Bibliotheken, Bots und Werkzeugen
  • Brücken: von der Community gepflegte Discord-↔-Stoat-Brücken existieren für Übergangs-Setups

Wer sollte wechseln?

Stoat ist ideal für:

  • Open-Source-Projekte und -Communities, die auf konsistentes Werkzeug Wert legen
  • Europäische Communities, die Community-Chat ohne US-Plattform wünschen
  • Self-Hoster, die volle Kontrolle über ihre Community-Infrastruktur möchten
  • Datenschutzbewusste Gruppen, die Open Source + EU-Hosting bevorzugen
  • Bildungs-Communities an europäischen Einrichtungen mit strengen Datenschutzrichtlinien
  • Alle, die Discord-Server betreiben, die nicht von Discord-spezifischen Funktionen abhängen

Fazit

Discord bleibt die richtige Wahl für sehr große Communities, Gaming-Gruppen, die tief im Discord-Ökosystem verankert sind, und alle, deren Publikum bereits dort in großer Zahl ist. Für europäische Communities, Open-Source-Projekte und datenschutzbewusste Gruppen, die bereit sind, eine Migration zu koordinieren, ist Stoat die bessere Wahl: AGPLv3-Open-Source, in Europa ansässiges Kernteam, selbst hostbar für volle Souveränität und 5+ Jahre Revolt/Stoat-Kontinuität, die die Beständigkeit des Projekts belegen.

Auf die konkrete Frage “Ist Stoat bereit, Discord für eine normale Community zu ersetzen?” lautet die Antwort 2026 ja — die Funktionsabdeckung ist solide, die Apps sind ausgereift, die Self-Host-Community ist erfahren, und das Rebranding hat sich stabilisiert. Die größere Frage ist die Community-Koordination: Sind Ihre Mitglieder bereit umzuziehen? Wenn ja, liefert Stoat eine strukturell sauberere Infrastruktur als jede US-Plattform-Alternative.


Auf der Suche nach weiteren europäischen Messaging- und Community-Alternativen? Siehe auch: Element vs Slack und Threema vs WhatsApp.

Häufig gestellte Fragen

Worum ging es beim Rebranding von Revolt zu Stoat?

Das Projekt — seit etwa 2020 als Revolt bekannt — wurde im September 2025 offiziell unter dem Namen Stoat neu gestartet. Codebasis, Community und Kernteam wurden übernommen (die GitHub-Org wurde lediglich von "revoltchat" zu "stoatchat" umbenannt). Für Nutzer ist es dasselbe Open-Source-Discord-Alternativprojekt; für die Beschaffung ist es dasselbe Vertrauenssignal — ein mehrjähriges Open-Source-Projekt mit einer beachtlichen Mitwirkenden-Basis.

Ist Stoat wirklich Open Source?

Ja, unter AGPLv3. Das gesamte Backend (Rust), der Web-Client, die mobilen Apps (iOS + Android) und die Desktop-Apps (Windows + macOS + Linux) sind allesamt Open Source auf GitHub unter github.com/stoatchat. Sie können jede Zeile auditieren, beitragen, forken oder selbst hosten. Die AGPL stellt sicher, dass jeder, der Stoat als Dienst betreibt, seine Änderungen verfügbar machen muss — das schützt das Projekt vor proprietären Forks.

Wo wird Stoat gehostet?

Die gehostete Instanz Stoat.chat wird vom Kernteam betrieben. Der öffentliche Standort der GitHub-Org ist mit "Europa" angegeben, ohne ein bestimmtes Land zu nennen. Für maximale Datensouveränität ermöglicht der Self-Hosting-Weg (github.com/stoatchat/self-hosted) den Betrieb von Stoat auf Ihrer eigenen Infrastruktur — Hetzner, OVHcloud, Scaleway, Infomaniak oder jeder anderen EU/EFTA-Hosting-Lösung Ihrer Wahl.

Wie schneidet Stoat im Vergleich zu Element / Matrix ab?

Beide sind glaubwürdige Open-Source-Alternativen für Community-Chats, verfolgen jedoch unterschiedliche Designphilosophien. Element/Matrix ist ein föderiertes Protokoll (verschiedene Server können miteinander kommunizieren, ähnlich wie E-Mail oder XMPP) mit starker Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Stoat ist serverzentralisiert (wie Discord) — jeder Stoat-Server ist unabhängig, es gibt keine serverübergreifende Föderation. Für Discord-ähnliche Community-Atmosphäre (Gaming, Hobby-Communities, Klassenzimmer) fühlt sich Stoat vertrauter an. Für datenschutzorientierte Organisationen, die E2E-Verschlüsselung und Föderation benötigen, gewinnt oft Element/Matrix. Beide sind EU-freundliche Optionen.

Kann ich von Discord migrieren?

Ja, mit etwas manueller Arbeit. Es gibt kein automatisiertes Migrationstool, aber der Prozess ähnelt jedem Community-Umzug: 1) Stoat-Server einrichten (gehostet oder selbst gehostet), 2) Kanäle, Rollen und Berechtigungen so konfigurieren, dass sie Ihrem Discord-Setup entsprechen, 3) Community-Mitglieder in einem koordinierten Zeitfenster einladen, 4) beide Plattformen 2–4 Wochen parallel betreiben, während die Mitglieder migrieren, 5) Discord stilllegen. Für größere Communities sollte ein Community-Manager den Umzug steuern.

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